Das Vorstellungsgespräch

08:00 Uhr Morgens  –  ich öffnete die Haustür und BINGO, wie sollte es an diesem Tag im Januar anders sein – es schneite! Für mich, nicht gerade die mutigste Autofahrerin, lag schlussfolgernd eine sehr spannende Fahrt von Bremen nach Schleswig-Holstein vor mir.

Den Scheibenwischer im Dauereinsatz, war ich erleichtert, das Ortsschild von Bilsen tatsächlich unfallfrei und pünktlich erreicht zu haben. Voller Euphorie sah ich das schön eingeschneite Steinpferd am Tor zum Pferdezentrum im linken Augenwinkel und … fuhr geradewegs an der Einfahrt vorbei…. na super!

Als ich dann endlich, mit deutlich erhöhtem Pulsschlag, die Tür zu dem hellen Empfangsbereich öffnete, fielen mir sofort die dekorierten Wände ins Auge. Fotos von ehemaligen, dankbaren Patientenbesitzern sowie Poster mit fachspezifischem Wissen, schmückten den Sozialtrackt.

Nach dem offiziellen Teil des Vorstellungstermines, bekam ich eine Klinikführung und eine Mischung aus begeistertem Erstaunen und Ehrfurcht kam in mir auf…. Mit Playmobil hatte ich mit meiner Schwester zusammen früher oft das ganze Kinderzimmer in ein Krankenhaus – und ja, teilweise auch in Tierkliniken verwandelt. Aber was ich nun zu sehen bekam, überstieg meine damalige, doch schon sehr kreative Vorstellungskraft.

Schneller als ich gucken konnte, hatte ich plötzlich ein Pferd am Kopf, was gerade zur Diagnostik sonografiert werden sollte. Netterweise bekam ich von der zuständigen Tierärztin auch direkt eine kurze Erklärung bezüglich dessen, was sie mit dem Pferd macht.

Mein Rundgang führte mich schließlich über die große Pferdewaage bis hin zu dem Operationsbereich. Wow, spätestens jetzt war ich wirklich geflashed. Zwei beeindruckende Operationssäle gehören zu der Pferdeklinik Bilsen.

Im Zuge einer Operation oder zu anderen Anlässen stationär aufgenommene Pferde standen in hellen, freundlichen Boxen und guckten zufrieden auf die Gasse – neugierig, wer da entlang kommt.

Natürlich hatte ich mir den Aquatrainer im Rehabereich bereits vorab im Internet angeschaut – aber so live in Farbe und Action ist das wirklich ein beeindruckendes Erlebnis, wenn man auf der Anhöhe daneben steht, man die Rückenmuskulatur der Pferde arbeiten sieht und gelegentlich Wasserspritzer abbekommt….

Verrückt! Hätte man mir vor Jahren, als ich Menüs geplant oder Hotelauslastungen berechnet habe, jemand prophezeit, dass ich einmal in einer Pferdeklinik arbeiten werde,  hätte ich ihn wohl ausgelacht… nun ja, cést la vie:

seit dem 01. März 2015 bin ich selbst Teil der Mitarbeiter Crew – im Verwaltungsbereich.

Und, wie singt Wincent Weiss in dem Anfangs erwähnten Songtext so schön:

Wenn was endet fängt was Neues an, muss nur dran glauben und dann wird alles gut… „  🙂